Ein eigener Garten ist für viele Menschen ein Traum und bietet zahlreiche Optionen, um die einheimische Biodiversität zu fördern. Doch auch auf dem Balkon oder einer Terrasse kann man mit relativ einfachen Massnahmen kreativ werden – und dabei nicht nur für die Natur, sondern auch für sich selbst einen Mehrwert schaffen.
Im Siedlungsraum von kleinen Dörfern bis hin zu grösseren Städten scheint der Mensch besonders dominant. Doch bei genauerem Hinsehen wird schnell klar, dass auch eine Vielzahl an Wildtieren und Pflanzen im Siedlungsgebiet beheimatet ist. Siedlungen sind aufgrund ihrer strukturreichen Eigenschaften und vielen Nischen sogar ausgesprochen biodivers: 67 % aller Tierarten der Schweiz leben zumindest zeitweise im Siedlungsgebiet. Die zunehmende Verdichtung und Versiegelung von Flächen wirkt der Biodiversität im Siedlungsgebiet entgegen. Als Richtwert werden im Siedlungsraum 18 % Grünflächen empfohlen – und auch Sie können im kleinen Rahmen mithelfen, dieses Ziel zu erreichen.
Eine vielfältige Blütenpracht
In grossen und kleinen Töpfen oder Kisten können beispielsweise Wildblumen oder Wildstauden angepflanzt werden. Wildkräuter und essbare Pflanzen wie Thymian, Salbei, Rosmarin, Ringelblume oder Kapuzinerkresse sind nicht nur biodiversitätsfördernd, sondern auch für die eigene Küche interessant. Die Liste an geeigneten Pflanzenarten ist lang. Wichtig ist vor allem die Wahl von einheimischen Arten und eine grosse Artenvielfalt mit möglichst unterschiedlichen Blühzeiten. So bietet man Wildbienen und Co. eine wertvolle Nahrungsquelle über einen langen Zeitraum hinweg.
Auf Pestizide und torfhaltige Erde ist zu verzichten. Da Wildblumen in der Regel nährstoffarme Bedingungen benötigen, wählt man eine entsprechende Erde oder ergänzt diese mit etwas Sand, um sie auszumagern.
Unterschlupf und Wasser
Für mehr Grün auf Ihrem Balkon eignen sich auch Kletterpflanzen als Fassadenbegrünung hervorragend (Efeu, Hopfen, Gewöhnliche Waldrebe, Hundsrose etc.). Neben Massnahmen mit Fokus auf mehr Grün und Blütenpracht gibt es zahlreiche weitere biodiversitätsfördernde Möglichkeiten bei Ihnen zu Hause. Vogelhäuschen, Fledermauskästen oder Wildbienennistkästen bieten diversen Flugkünstlern geeigneten Unterschlupf. Und besonders im Winter bei Eis oder im Sommer bei Trockenheit lässt sich mit kleinen Wasserschalen ganzjährig Wasser zur Verfügung stellen. Welche Massnahmen fallen Ihnen sonst noch ein?
Werden Sie Teil des Netzwerks
Jeder einzelne naturnah gestaltete Balkon oder Garten dient als Trittstein innerhalb eines grossen Netzwerks an Lebensräumen. Wildbienen haben beispielsweise einen Aktionsradius von rund 150 m. Vielleicht sorgt gerade Ihr blühender Balkon zur Vernetzung von zwei weiteren Trittsteinen? Neben Wildbienen und Co. werden auch Sie persönlich von der geschaffenen Wohlfühloase und den sich bietenden Naturbeobachtungen profitieren.
Titelbild: Benedikt Dittli




