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Einzelbäume erhalten

20.11.2023Bäume erhalten

Erhaltung durch Anreiz

Bäume sind wertvoll und verdienen besonders im Siedlungsraum einen angemessenen Schutz. Dazu hat die Umwelt- und Landschaftskommission (UMLA) der Gemeinde Freienbach ein Baumkonzept entwik- kelt. Ein Inventar war die Grundlage für die Kontaktaufnahme mit den Eigentümerschaften und Bewirt- schaftenden. «Natur und Umwelt» hat bei Fredy Kümin, Präsident der UMLA, nachgefragt.

Die Häufung von heissen Sommertagen macht uns bewusst, wie wichtig Bäume im Siedlungs- und Landschaftsraum sind. Sie sind schön und wertvoll, versorgen Tiere und Menschen mit Sauerstoff, binden im Gegenzug Kohlendioxid, wirken als Staubfänger, reinigen die Luft, spenden Schatten und kühlen ihr Umfeld durch Verdunstung. Bäume bieten wertvolle Lebensräume für Kleintiere und Vögel und Obstbäume produzieren Nahrungsmittel. Am Lebensende können sie zu wertvollen Werkstoffen und Energie verarbeitet werden.

Im Schatten dieser stattlichen Linde beim Postwäldli werden auch heisse Tage erträglich.

SICHERHEIT FÜR BAUMZUKUNFT

Damit Bäume im Siedlungsraum eine Zukunft haben, sollten sie nicht im Konflikt mit raumwirksamen Aktivitäten und Entwicklungen stehen. Doch das ist oft der Fall: Sie werden zu gross, beschatten zu viel, schränken die Fernsicht ein, Laubfall stört oder sie stehen der baulichen Entwicklung im Weg. Dies löst Bedauern aus und Forderungen nach einem wirkungsvollen Baumschutz kommen auf.

BAUMKONZEPT ALS ARBEITSPAPIER

Bereits 2010 erteilte der Gemeinderat einem Grundlagenpapier der UMLA seine Zustimmung und wünschte konkrete Vorschläge. Die UMLA kartierte markante, das Siedlungs- und Landschaftsbild prägende Einzelbäume inklusive Jungbäume, mit entsprechendem Potential. Das Bauminventar der Gemeinde Freienbach ist via Homepage einsehbar.

NUTZUNGSVEREINBARUNGEN

Die Aufnahme eines Baumes ins Inventar hat für die Eigentümerschaft keine unmittelbare rechtlichen Folgen. Vielmehr werden mit den Bewirtschaftenden einvernehmliche, individuelle Lösungen angestrebt. Mit Beratung und Unterstützungsmassnahmen werden Pflege und Neupflanzungen von Bäumen gefördert. Dadurch bleiben wertvolle Bäume im Siedlungs- und Landschaftsraum eher erhalten und via Anreize können die Bestände ergänzt werden. Fredy Kümin ist überzeugt: «Das Gespräch mit der Eigentümerschaft und die an- gebotene Unterstützung bewirkten mehr als eine Schutzverfügung».

Von Seiten der Gemeinde erfolgen periodische Aufrufe an die Adresse von Baumbesitzenden und Bewirtschaftenden. So kam es in den letzten Jahren mit mehreren Eigentümerschaften zu Vereinbarungen.

„Das Gespräch mit der Eigentümerschaft und die angebotene Unterstützung bewirken mehr als eine Schutzverfügung.“

Fredy Kümin, Präsident der Umwelt- und Landschaftskommission Freienbach

BÄUME LINDERN KLIMAERWÄRMUNG

Immer mehr Gemeinden und Städte erkennen, dass ein intakter Baumbestand die Hitze ausgleicht. Auch Umweltorganisationen und gemeinnützige Institutionen bieten Unterstützung bei Baumpflanzaktionen. So hat der Fonds Landschaft Schweiz bereits mehrere Baumreihenprojekte in der Gemeinde Freienbach mitfinanziert. Die Albert Koechlin Stiftung schafft zu ihrem 25-jährigen Bestehen, zusammen mit Gemeinden der Zentralschweiz Baumpflanzungen, sogenannte «Klimaoasen», wie zum Beispiel in Freienbach beim Pflegezentrum Pfarrmatte (siehe N&U 2023-02).

Bäume in Siedlungen werten mit ihrer attraktiver Herbstfärbung die Siedlungen auf.
Die Schattenbäume bei der Sportanlage Freienbach wissen auch die Bus-Reisenden beim Wartehäuschen zu schätzen.
Unter diesen Neupflanzungen beim Alters- und Pflegeheim können bald auch wärmere Sommertage genossen werden.

GEMEINDE ALS BEISPIEL

Auf Empfehlung der UMLA wurde die Gemeinde Freienbach im Winter/Frühling 2022/2023 auch als Eigentümerin aktiv und hat mehrere Baumpflanzungen auf den eigenen Liegenschaften bzw. Baurechtsgrundstücken vorgenommen. So konnte der Baumbestand in der Badi Freienbach, der Seeanlage Pfarrmatte Freienbach und in Absprache mit den Organen des Bezirks auch im Bereich des Sarenbachs in Freienbach ergänzt und diversifiziert werden.

LAUFEND ERGÄNZEN

In der Vegetationsruhe 2023/2024 sollen weitere Bäume im öffentlichen Siedlungsraum gepflanzt werden. Auch private Eigentümerschaften und Bewirtschaftende von Landwirtschaftsland sollen für Baumpflanzungen animiert werden. Hierzu kann die Gemeinde zur fachtechnischen Beratung konsultiert werden.

FREIENBACH ALS PILOTPROJEKT

Das Baumkonzept der Gemeinde Freienbach zeigt als Pilotprojekt, dass Bautätigkeiten auch ein ökologisch abgestimmtes Bepflanzungskonzept benötigen. So kann das vielerorts vorherrschende Siedlungsgrau in der verdichteten Agglomeration durch wachsendes Grün bereichert werden. Dazu müssen Bäume lediglich einmal mit einem ausreichenden Wurzelbereich gepflanzt und die Versorgung mit Wasser sichergestellt werden. Mit bescheidener Pflege ist dann kontinuierliches Wachstum und wohltuende Begrünung gewährleistet. Es bleibt zu hoffen, dass das Baumkonzept der Gemeinde Freienbach auch andernorts dazu beiträgt, den Siedlungs- und Landschaftsraum «bäumig» aufzuwerten.

Autor

Manuela Brauchli

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