a

Grosse  Mengen  an  Sommerflieder  am  Buchberg  entfernt

09.04.2026Naturschutz


Der Sommerflieder am Buchberg in Tuggen breitet sich zunehmend aus. Doch es tut sich etwas: Zahlreiche Grundeigentümer sind gewillt, dessen Ausbreitung zu stoppen. Auf dem Grundstück der Ortsgemeinde Schmerikon wurden im vergangenen Jahr bereits grosse Mengen an Sommerflieder entfernt.


Wer regelmässig auf den Waldwegen am Buchberg in Tuggen unterwegs ist und sich mit dem Thema invasive Neophyten auskennt, dem werden sie aufgefallen sein: die zahlreichen Sommerflieder. Auch das Grundstück der Ortsgemeinde Schmerikon, welches grosse Teile des Nordhangs am Buchberg abdeckt, weist inzwischen riesige Bestände auf. Vor diesem Hintergrund beschloss die Grundeigentümerin anfangs 2025 – in Zusammenarbeit mit dem Büro für ökologische Optimierungen – der Pflanze zugunsten der einheimischen Biodiversität den Kampf anzusagen.


Invasive Eigenschaften

Optisch besticht der Sommerflieder (Buddleja davidii) durch seine purpurvioletten, wohlriechenden Blüten, weshalb der aus China eingeführte Zierstrauch vielfach in Gärten und Parks angepflanzt wurde. Seit dem 1. September 2024 gilt für die als invasiv eingestufte Art ein Verkaufsverbot – doch zu diesem Zeitpunkt war der Sommerflieder bereits stark verwildert. Dabei blockiert er die natürliche Abfolge von Entwicklungsstadien eines Lebensraums, beispielsweise die Naturverjüngung im Wald. Aufgrund seiner hohen Konkurrenzfähigkeit wird er rasch dominant und verdrängt einheimische Arten – mit Folgen für die Biodiversität.

Seinen invasiven Eigenschaften liegen eine äusserst effiziente Fortpflanzungsfähigkeit und das Fehlen von Schädlingen und Krankheiten zugrunde. Ein einzelner Strauch produziert bereits im ersten Jahr nach der Keimung eine grosse Anzahl Samen (100’000 bis 3 Millionen), welche etwa drei Jahre keimfähig bleiben. Die kleinen und leichten Samen werden dann von Wind, Wasser und Fahrzeugen leicht über weite Strecken verbreitet. Doch auch aus Stamm- und Wurzelstücken können neue Triebe entstehen.

Dezimierung der Bestände

Die raffinierten Vermehrungs- und Ausbreitungsmechanismen machen eine Tilgung von Sommerfliederbeständen praktisch unmöglich. Der Kanton Schwyz zielt somit auf eine Dezimierung der Bestände ab. Mit dem ausgearbeiteten 5-Jahres-Plan für das Grundstück der Ortsgemeinde Schmerikon wurde vergangenes Jahr der Grundstein für eine langfristige Bekämpfung des Sommerflieders am Nordhang des Buchbergs gelegt.


Einsatz von Bagger und Spillwinde

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 6 Einsatztage durchgeführt. Davon fanden 5 Einsatztage im April im Rahmen eines ersten Grobeingriffs statt. Im Fokus stand der Sommerfliederhotspot im westlichsten Teil des Grundstücks der Ortsgemeinde Schmerikon. Die Bekämpfung erfolgte durch angeleitete Teams an Zivildienstleistenden der Stiftung Lebensraum Linthebene. Mittels Spillwinde wurden die mächtigen Sträucher mitsamt ihrem Wurzelwerk ausgerissen und anschliessend in Mulden weiter zerkleinert. Im April 2025 wurde für einen Tag zusätzlich mit einem Bagger bekämpft. Während die Spillwinde insbesondere im Steilhang effizient war, kam der Bagger entlang der befahrbaren Waldstrassen schneller voran.


Die Bekämpfung des Sommerflieders erfolgte mehrheitlich durch Zivildienstleistende mittels Spillwinde (links, Mitte). An gut zugäglichen Orten mit grossen Sträuchern wurde zusätzlich ein Baggerunternehmen hinzugezogen (rechts).

Zwei grosse Lastwagen voll

Ende April waren die beiden 40 m3 Mulden randvoll. Für den Abtransport des Materials, um es in der KVA sachgerecht zu entsorgen, wurden zwei 4-Achser Lastwagen aufgeboten. Mit den knapp 4 Tonnen Material wurden nicht nur grosse Mengen an Sommerflieder entfernt, sondern auch ein riesiges, zukünftiges Samenpotential vernichtet. Während einer eintägigen Nachbekämpfung im September konnten kleine, dem Grobeingriff geschuldete und neu aufkommende Sträucher direkt entfernt werden, bevor sie grosse Mengen an Samen produzieren.


Die ausgerissenen Sommerflieder wurden in den Mulden weiter zersägt und schliesslich in der KVA sachgerecht entsorgt. Aus den ersten 5 Einsatztagen im April 2025 konnten zwei 40 m3 Mulden gefüllt werden.

Nachbekämpfung und Ausblick

Besonders erfreulich war das im Herbst bereits sichtbar veränderte Landschaftsbild am Eingriffsort. Damit das so bleibt, sind weitere Nachbekämpfungen unabdingbar. Nur so wird die Samenbank zunehmend erschöpft und eine erneute Ausbreitung des Sommerflieders unterbunden. Ohne den konkurrenzstarken Sommerflieder bleibt wieder mehr Raum für einheimische Arten, welche mithelfen, die primär an lichtdurchfluteten Standorten keimende Art in Schach zu halten. In Kürze starten die Einsätze wieder. Der bisher bekämpfte Perimeter soll nachbekämpft und danach sukzessive ausgedehnt werden – und dies nicht nur innerhalb der Grundstücksgrenzen. Diverse lokale Akteure und Grundstückbesitzer am Buchberg sind zurzeit im Austausch oder wurden bereits aktiv, um diesen Plan in die Tat umzusetzen.

Autor:in

Eliane Hirt

Mehr Beiträge

Noch mehr aus unserem Blog

Vielfältige  Aktionen  zugunsten  der  Amphibien

Vielfältige  Aktionen  zugunsten  der  Amphibien

Sobald die Nachttemperaturen im Frühjahr über längere Zeit über fünf Grad steigen, erwachen unsere einheimischen Amphibien aus der Winterstarre. Für Grasfrosch, Erdkröte und Bergmolch beginnt dann eine gefährliche Reise: Sie wandern von ihren Winterquartieren zu den...

Unterstützen

Die Spenden fliessen direkt in Naturschutzprojekte.

Aktuelle Ausgabe