Aufgrund der hohen Ansprüche an seinen Lebensraum gilt der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling in der Schweiz als stark gefährdet. Mithilfe
einer angepassten Bewirtschaftung und Nutzung seines Lebensraums kann die Art erhalten und gefördert werden.
In der Schweiz gilt der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris teleius) als stark gefährdet. Diese Art ist nur noch in intakten Feuchtgebieten mit einer angepassten, extensiven Nutzung zu finden.
Räuberische Lebensweise
Das Überleben des gefährdeten Tagfalters ist an das Vorkommen des Grossen Wiesenknopfs geknüpft. Der Falter legt seine Eier in dessen Blütenköpfe, worin sich die Jungraupen entwickeln. Aber nicht nur die Blütenköpfe sind für den Tagfalter überlebenswichtig, sondern auch das Vorkommen von Wirtsameisen, den Knotenameisen. Diese adoptieren die Raupen, welche sich dann im Ameisennest von deren Brut ernähren.
Angepasste Bewirtschaftung…
Die Bewirtschaftung ist ein wichtiger Faktor für den Erhalt und die Förderung des Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläulings. Die Wiesen dürfen nicht zu früh oder zu häufig gemäht werden, gleichzeitig auch nicht zu stark verbuschen oder verschilfen.
Eine späte Mahd ab dem 15. September ist ideal, denn sie lässt den Raupen genügend Zeit für die Entwicklung. Nach der Mahd sollte das Schnittgut abtransportiert werden. Zudem profitieren die Lebensräume des Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläulings stark von einer düngerfreien Nutzung. Alternativ kann die Herbstmahd durch einen späten, ökologisch begleiteten Weidegang ersetzt werden.
Eine allfällige Frühmahd muss 4 bis 6 Wochen vor Flugbeginn des Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläulings erfolgen, damit die Grossen Wiesenknöpfe nachwachsen und Blütenknospen bilden können. Da in der Linthebene sowie am Zürcher Obersee diese Tagfalterart ab anfangs Juni fliegt, müsste die Frühmahd vor Ende Mai erfolgen. Als Alternative wären stehengelassene Wechselbrachen in Bereichen mit Vorkommen des Grossen Wiesenknopfes zielführend, um das Fortbestehen der Art zu sichern. Die Auswirkungen der getroffenen Massnahmen können über eine Erfolgskontrolle geprüft und angepasst werden.
… und artenfördernde Nutzung
Die Flächen sollten ausserdem regelmässig genutzt werden und nicht langfristig brach liegen. Ein Rotationssystem, bei dem jeweils ca. 10-30 % der Fläche brach liegen und während zwei Jahren ungemäht bleiben, dürfte sich zusätzlich als nachhaltig erweisen und zeigt auch Wirkung gegen eine Verbuschung, beziehungsweise eine Verschilfung.
Pflege im Frauenwinkel
Die Stiftung Frauenwinkel setzt sich für eine differenzierte Pflege im gleichnamigen Naturschutzgebiet ein. Für den langfristigen Erhalt der ökologischen Werte ist es darüber hinaus wichtig, dass Nutzungsmosaike wieder aufgebaut und ausreichend vernetzt werden.
Titelbild: © Goran Dusej




