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Jährliche Pflegearbeiten im Naturschutzgebiet Frauenwinkel

22.01.2026Naturschutz


Die Stiftung Frauenwinkel pflegt und unterhält jedes Jahr die wertvollen Lebensräume im Naturschutzgebiet Frauenwinkel in der Gemeinde Freienbach. Dies tut sie sowohl auf den ihr anvertrauten Parzellen als auch im gesamten Schutzgebiet im Auftrag des Amts für Wald und Natur des Kantons Schwyz. Die Arbeiten werden mehrheitlich von Zivildienstleistenden der Stiftung Lebensraum Linthebene ausgeführt.


Die Riedwiesen im Frauenwinkel entstanden durch eine jahrhundertealte Bewirtschaftung. Das jährlich anfallende Schnittgut diente den Landwirten früher als Einstreu in den Ställen. Seit jedoch Stroh günstig importiert werden kann, nahm diese Nutzungsform ab und die Riedwiesen würden ohne jährliche Mahd und gezielte Pflegeeinsätze zunehmend verbuschen. Um dieses sensible Ökosystem zu erhalten, führt die Stiftung Frauenwinkel regelmässig umfangreiche Pflegearbeiten durch.


Uferparzellen

Die sogenannten Uferparzellen im Frauenwinkel liegen in der Verantwortung der Stiftung Frauenwinkel. Diese von Landschilf geprägten Flächen liegen ausserhalb der regulären Bewirtschaftungsparzellen der Riedflächen, müssen jedoch ebenfalls gepflegt werden, um eine Verschilfung an Land und die daraus resultierende Verbuschung zu verhindern. Insgesamt umfasst dieses Gebiet 2.2 Hektaren und erstreckt sich vom Pfäffiker Ried bis zum Rosshorn und nach Hurden.

Jährlich wird ein Drittel dieser Fläche von Zivildienstleistenden geschnitten und das Schnittgut abtransportiert. Dadurch entsteht ein Dreijahresrhythmus, der sicherstellt, dass genügend Lebensraum für im Schilf brütende Vogelarten und andere Lebewesen bestehen bleibt und gleichzeitig die Verbuschung eingedämmt wird.

Auch dieses Jahr waren Zivildienstleistende der Stiftung Lebensraum Linthebene während mehreren Tagen für die Pflege der Uferparzellen im Frauenwinkel vor Ort. Neben der Schilfmahd investierten sie viel Zeit in die Bekämpfung der invasiven Armenischen Brombeere, die sich im Frauenwinkel zunehmend ausbreitet.


Zivildienstleistende schneiden das Landschilf bis an den Rand der Riedfläche. Das Wasserschilf hingegen bleibt stehen, da es das Ufer vor Wellenschlag schützt (links). Aber auch ausserhalb des Schutzgebiets gibt es zu tun: Zu den Unterhaltsarbeiten der Ochsner Banane gehört unter anderem das Freischneiden der Informationstafeln (rechts).

Ochsner Banane

Im Auftrag des Kantons unterhält die Stiftung Frauenwinkel auch die sogenannte «Ochsner Banane». Diese Fläche liegt gegenüber dem Seedamm Plaza und vereint mosaikartig verschiedene Lebensräume, die je nach Typ unterschiedlich gepflegt werden müssen. Die Blumenwiesen und Ruderalflächen werden abschnittsweise im Juli und Oktober gemäht, Büsche im Herbst zurückgeschnitten und Neophyten regelmässig entfernt. Nisthilfen und Kleinstrukturen müssen zudem gelegentlich erneuert werden. Aufgrund einer neuen Signalisationsanlage der SOB und gesetzlicher Vorgaben zur Einsehbarkeit wurden dieses Jahr einige Bäume zurückgeschnitten.


Schwemmholz und Abfall

Die jährlichen Unterhaltsarbeiten im Auftrag des Kantons werden jeweils gemeinsam festgelegt und finden überwiegend zwischen Januar und Mitte März statt. Je nach Bedarf fallen die Arbeiten unterschiedlich aus. Zu den regelmässigen Aufgaben gehört das Entfernen von Schwemmholz und Abfall aus dem Uferbereich, damit das Wasserschilf nicht beschädigt und die Erosion vorbeugt wird. Auch die Pflege der verschiedenen Teiche und Tümpel gehört zu den wiederkehrenden Arbeiten.


Heckenpflege

Dieses Jahr zogen sich die Einsätze bis in den Frühling und Sommer hinein. Die im Februar 2024 neu aufgewerteten Hecken im Innersack bei der Schottenweide müssen aufgrund des starken Drucks durch die Armenische Brombeere regelmässig freigeschnitten werden. Das Ziel ist die Etablierung von Niederhecken, damit Limikolen die Riedflächen ungestört anfliegen können – hohe Bäume würden sie davon abhalten.


Pflege – eine zentrale Aufgabe

Die Pflegearbeiten im Frauenwinkel sind vielseitig und für den Erhalt dieses einzigartigen Lebensraums unerlässlich. Das Flachmoor Frauenwinkel ist ein von Menschen geschaffenes, biodiverses Ökosystem, das unbedingt bewahrt werden muss.

Autor:in

Philippe Keiser

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