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Kiebitz-Saison 2025

08.01.2026Artenförderung


Die Stiftung Frauenwinkel blickt in den Brutgebieten Nuoler Ried und Frauenwinkel auf ein herausforderndes Kiebitzjahr zurück. Dennoch gab es Erfolge – und wichtige Erkenntnisse für die Zukunft.


Wer im Frühling im Naturschutzgebiet Frauenwinkel bei Pfäffikon SZ oder im Nuoler Ried unterwegs ist, kann ihm mit etwas Glück noch begegnen: dem Kiebitz. Sein unverwechselbarer «Kiiwitt»-Ruf, das schillernde Gefieder und die elegante Federholle machen ihn zu einem der auffälligsten Wiesenbrüter der Schweiz. Doch seine Zukunft ist ungewiss. Noch vor hundert Jahren war der Kiebitz hier weit verbreitet – heute steht er auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Langjährige Schutzarbeit im Frauenwinkel und Nuoler Ried

Seit 2013 setzt sich die Stiftung Frauenwinkel gemeinsam mit dem Kanton Schwyz, BirdLife Schweiz, ehrenamtlichen Helfern und lokalen Landwirten für den Schutz des Kiebitzes ein. Die Schutzgebiete Nuoler Ried und Frauenwinkel gehören heute zu den bedeutendsten Brutstandorten in der Schweiz. Auch im Jahr 2025 wurde das Projekt unter der Federführung der Stiftung Frauenwinkel fortgeführt.

2025 – ein herausforderndes Jahr

Damit sich eine lokale Kiebitzpopulation halten kann, muss jedes Brutpaar im Durchschnitt 0.8 Jungvögel grossziehen. Für ein Wachstum sind ein Jungvogel pro Paar nötig. Ein anspruchsvolles Ziel – besonders im Jahr 2025, welches selbst für erfahrene Kiebitzschützer eine Herausforderung darstellte.

Drei Gelegewellen blieben grösstenteils erfolglos, weil die Nester – sehr wahrscheinlich  von einem Fuchs – geplündert oder kurz vor dem Schlupftermin verlassen wurden. Die stark aufgewachsene Vegetation führte zu einem unübersichtlichen Nestumfeld, in dem sich die Kiebitze nicht sicher fühlten. Insgesamt fiel der Bruterfolg dieses Jahr in beiden Gebieten ernüchternd aus und blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Im Frauenwinkel gelang dieses Jahr keine einzige erfolgreiche Brut. Im Nuoler Ried wurden 59 Gelege gezählt, darunter 11 Erst- und 48 Ersatzgelege. Am Ende wurden nur elf Jungvögel flügge.


Kiebitze legen in der Regel 4 Eier in ihr Nest. Mitte Juni 2025 durften wir den Schlupf eines Kükens mitverfolgen (links). Die Küken sind auf Wiesen und Äckern unterwegs. Vor landwirtschaftlichen Arbeiten werden sie daher vorübergehend eingesammelt (rechts). 

Der Einsatz Lohnt sich trotzdem

Der Kiebitz ist weit mehr als ein hübscher Vogel. Er steht stellvertretend für eine ganze Lebensgemeinschaft, die auf offene, feuchte und extensiv genutzte Wiesen angewiesen ist. Wo der Kiebitz verschwindet, verschwinden auch andere Wiesenbrüter – und damit ein wichtiger Teil unserer Naturvielfalt. Das Projekt zeigt eindrücklich, wie wertvoll die Zusammenarbeit zwischen Naturschutz, Behörden und Landwirtschaft ist. Viele lokale Landwirtinnen und Landwirte leisten einen entscheidenden Beitrag und ermöglichen, dass der Kiebitz in der Region weiterhin eine Chance hat.

Blick nach vorn

Die Vorbereitungen für die Brutsaison 2026 laufen bereits. Es wird nach wirksamen Möglichkeiten gesucht, Füchse von den Brutflächen fernzuhalten, um Gelegeverluste zu reduzieren. Auch die Förderflächen – insgesamt 5,7 Hektaren – stehen wieder bereit: Das Saatgut wurde bereits im September ausgebracht und im März 2026, kurz vor der Rückkehr der Kiebitze, sind weitere Pflegemassnahmen geplant. Ob sich die Kiebitzpopulationen erholen und langfristig stabilisieren können, bleibt offen. Sicher ist jedoch: Ohne engagierte Menschen, die im richtigen Moment ein Nest schützen oder ein Küken aus der Gefahrenzone bringen, würde der «Kiiwitt»-Ruf schon bald verstummen. 

Mit Ihrer Spende – ob gross oder klein – unterstützen Sie den Schutz von Gelegen, Küken und Lebensräumen und stärken die Zukunft des Kiebitzes. Machen Sie den Unterschied.

Autor:in

Martina Gabay

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