Am Wochenende vom 9. & 10. März 2024 organisierte der Forstverein See ein «Hölziges Wochenende» beim Waldlehrpfad in Kaltbrunn-Benken. Neben der Präsentation von verschiedenem Wertholz waren vielerlei Marktstände vor Ort, sowie Festwirtschaft und Livemusik. Auch wir durften uns mit zwei Ständen einbringen.
Zum ersten Mal organisierte der Forstverein See im März 2024 einen Tag rund ums Thema Holz und Wald. Als Sponsoren durften wir mit unserer Stiftung Lebensraum Linthebene und dem Büro für ökologische Optimierungen mit zwei Ständen vor Ort sein. Die Besucherinnen und Besucher bekamen zum Thema Wald im Klimwandel und Biodiversität im Wald spannende Informationen.
DER WALD IM KLIMAWANDEL
Der Klimawandel und seine Auswirkungen sind komplex. Abgesehen von meist nur schwer prognostizierbaren Auswirkungen sind sich die meisten Experten einig; die Temperaturen werden auch trotz Massnahmen weiter ansteigen, es wird vermehrt Trockenperioden geben und weniger, dafür aber extremere Niederschlagsereignisse. So weiss man auch, dass sich die Waldgrenze, sowie auch die verschiedenen Lebensraumtypen weiter nach oben verschieben werden und dass es Gewinner und Verlierer unter den Arten geben wird. Man rechnet mit einer Zunahme von wärmeliebenden und trockenheitsresistenten Arten und einer Abnahme der an Kälte gewohnten Arten. Ebenfalls wird angenommen, dass der Klimawandel so schnell voranschreitet, dass der Wald nicht Schritt halten kann, was auf Kosten seiner Vitalität und letztlich auch auf die für uns so wichtigen Waldleistungen geht. Nebst einem reduzierten ökonomischen Nutzen, den wir vom Wald ziehen, könnte in der gebirgigen Schweiz insbesondere eine reduzierte Schutzfunktion verehrende Auswirkungen haben. Da wird der Wald bei Steinschlag, Murgängen und Lawinen weniger Schutz bieten können. Besonders die Fichte bereitet vielen Waldbesitzern und Förstern Sorge. Sie hat bereits heute Probleme und wird mit der zunehmenden Trockenheit und dem Borkenkäfer noch weiter in Bedrängnis geraten. Eine andere Art, die Eiche, die bis anhin oft im Schatten der dominanten Buche leben musste, wird ihr Verbreitungsgebiet hingegen ausdehnen können.

BIODIVERSITÄT IM WALD
Um die Biodiversität ist es schlecht bestellt und die Schweiz steht im internationalen Vergleich besonders schlecht da. Doch wie sieht es in unseren Wäldern aus? Der Schweizer Wald beherbergt eine Vielzahl von Arten, und im Vergleich zum monotonen Kulturland sind immerhin häufiger naturbelassene und strukturell vielfältige Lebensräume zu finden. Der Schein trügt aber auch. So haben wir denn selbst im Wald einen grossen Einfluss und verhindern meist seine natürliche Entwicklung.
DAS WALDALTERSHEIM FEHLT
Dass wir den Wald nutzen, ist legitim. So ist Holz eine nachhaltige Ressource. Verbauen wir es langfristig, speichern wir Kohlendioxid. Bäume werden aber eben normalerweise gefällt, bevor sie ein hohes Alter erreichen, also bevor sie für die Biodiversität am wertvollsten wären. So unterbrechen wir die natürliche Sukzession und der Wald erreicht nie sein volles Potenzial. Neben der Nutzfunktion sind wir auch besonders von der Schutzfunktion abhängig. Ein Wald, der ganze Dörfer vor Lawinen oder Steinschlag schützt, kann schlicht nicht sich selbst überlassen werden und eine permanente Dichte vitaler Bäume muss gewährleistet werden. Um trotzdem die Biodiversität im Wald zu fördern, ist es unabdingbar, flächendeckend für Strukturvielfalt zu sorgen. Insbesondere Alt- und Totholz können wertvolle Lebensräume bilden und/oder für die Vernetzung von Habitaten sorgen. Wo immer möglich, bieten Naturwaldreservate einzigartige Bedingungen für eine natürliche Waldentwicklung.

BESUCHERINFORMATION
Solange der Wald grün ist und keine Katastrophen passieren, ist der Mensch zufrieden. Schleichende Veränderungen werden kaum wahrgenommen und alles was der Wald bietet ist selbstverständlich. Einfach verständliche und grafisch hochstehende Informationstafeln an Wald- und Naturlehrpfaden sollen darauf aufmerksam machen. Die neuste Serie von Arten- und Thementafeln haben wenig Text und dafür erklärt die Grafik sich selbst. Via einen QR-Code können mit dem Handy Zusatzinformationen für das Studium zu Hause heruntergeladen werden. Den dazugehörigen Prospekt gibt es via info@oekobuero.ch.

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Unterstützen Sie uns:
Eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit ist aufwändig. Die Stiftung Lebensraum Linthebene war sehr aktiv am Grossanlass «Rundum bäumig» engagiert. Plakate, Werbematerial und Arbeitsstunden haben die Kasse stark belastet. Danke für Ihre ausgleichende Unterstützung via nebenanstehendes Formular.
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