Mit dem geglückten Pilotprojekt an der Bergstrasse im vergangenen Jahr beginnt nun die Hauptphase des Trockenmauerprojekts in Lauerz. In den Jahren 2025–2026 sollen drei weitere Mauern beziehungsweise Mauerteile im Bereich Feltschiberg / Trachsli saniert werden.
Trockensteinmauern prägen seit Jahrhunderten unsere Landschaft. Sie sind aber längst nicht nur stille Zeugen der landwirtschaftlichen Geschichte, sondern auch oft Hotspots der Biodiversität. Viele dieser Mauern befinden sich heute jedoch in einem kritischen Zustand – sie zerfallen, verbuschen oder werden durch Wurzelwerk destabilisiert. Auch wenn sie selbst in diesem Zustand noch wertvolle Habitate bieten, bringt eine Sanierung auf lange Sicht einen Mehrwert, sofern ökologische Begleitmassnahmen umgesetzt werden.
Mauersanierung mit ökologischem Mehrwert
Trockenmauern benötigen mehrere Jahre, bis sie ihren vollen Wert für die Flora und Fauna entfalten – besonders im Hinblick auf die Reptilien. Eine fachgerecht sanierte und von Hasel befreite Mauer ist bei entsprechender Pflege langlebig und stabil – das Warten lohnt sich. Bei allen Mauern entsteht zudem ein extensiver Krautsaum, welcher bereits früh einen positiven ökologischen Effekt mit sich bringt. Gezielt platzierte, aus der Mauer ragende Steine dienen Eidechsen und Schlangen als Sonnenplätze. Spalten und Hohlräume bieten Hermelinen und Kleinsäugern Unterschlupf. Neu gepflanzte, langsam wachsende Sträucher unterschiedlicher Arten schaffen Lebensraum und Nahrungsquellen für Insekten und Vögel.

Kooperative Planung
Trockenmauern verlaufen oft entlang von Parzellengrenzen und betreffen daher meist mehrere Grundeigentümerinnen und Bewirtschafter. Umso wichtiger ist eine transparente und partizipative Planung, bei der alle Beteiligten miteinbezogen werden. Der ökologische Nutzen muss dabei im Zentrum stehen – ebenso aber die Praxistauglichkeit und Akzeptanz bei den Grundeigentümern. Nur so entsteht eine tragfähige Win-Win-Situation.




