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Vielfältige  Aktionen  zugunsten  der  Amphibien

26.03.2026Artenförderung, Artenschutz


Sobald die Nachttemperaturen im Frühjahr über längere Zeit über fünf Grad steigen, erwachen unsere einheimischen Amphibien aus der Winterstarre. Für Grasfrosch, Erdkröte und Bergmolch beginnt dann eine gefährliche Reise: Sie wandern von ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern – oft über stark befahrene Strassen. Amphibienschutzzäune entlang von Verkehrswegen reduzieren die Zahl der überfahrenen Tiere erheblich. Gleichzeitig müssen neue Laichgewässer geschaffen werden, um den Tieren zusätzliche Fortpflanzungsmöglichkeiten zu bieten und die Bestände langfristig zu stärken. 


Die Situation ist ernst: Von den 19 einheimischen Amphibienarten stehen 15 Arten (79 %) auf der Roten Liste. Auch wenn sie nicht als gefährdet gelten, gehören Grasfrosch, Erdkröte und Bergmolch jedes Frühjahr zu den häufigsten Verkehrsopfern. Ohne gezielte Schutzmassnahmen würden auch ihre Bestände langfristig deutlich zurückgehen.


Amphibienleitzäune im Einsatz

Zwischen Hütten und Schindellegi müssen Amphibien die stark befahrene Hüttner- und Allenwindenstrasse sowie Bahngleise überqueren, um zu ihrem Laichgewässer, dem Freyenweijer, zu gelangen. Vor der Installation von Leitzäunen wurden im Jahr 2021 bei einer Stichprobenkontrolle 80 überfahrene Tiere gezählt. Über die gesamte Wanderzeit hinweg dürften es um ein Vielfaches mehr gewesen sein. Heute werden entlang der Hüttnerstrasse temporäre Zäune mit Fang-eimern installiert. Freiwillige Helferinnen und Helfer kontrollieren diese während der Amphibienwanderung täglich und bringen die abgefangenen Tiere direkt zum Freyenweijer. Im vergangenen Jahr konnten so 995 Amphibien sicher in ihr Laichgewässer gebracht werden – ein deutlicher Erfolg für den Artenschutz. Auch dieses Jahr sind die Freiwilligen wieder im Einsatz.

Auch in der Umgebung Rempen im Wägital werden jährlich Zäune mit Fangeimern aufgestellt und seit 2023 durch Mitarbeitende des Büros für ökologische Optimierungen betreut. Im Jahr 2025 wurden hier 867 Amphibien sicher über die Strasse gebracht – der Grossteil der Tiere sind hier jeweils Grasfrösche. Jede einzelne Rettung trägt dazu bei, die lokalen Populationen zu stabilisieren.


In der Hochsaison werden bei den täglichen Kontrollgängen im Gebiet Rempen mehrere Dutzend Tiere pro Fangeimer vorgefunden (links). Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Büros für ökologische Optimierungen bringen die Tiere dann sicher über die Strasse (rechts).

Im Waldstandort Hüllerich in der Gemeinde Freienbach besteht kein unmittelbares Verkehrsproblem. Hier zeigte sich jedoch eine andere Herausforderung: Einige Amphibien laichen im ungeeigneten Bereich eines Überlaufs. Bei Starkregen wird der Laich in den Wald gespült und vertrocknet. Deshalb wurde hier erstmals ein Leitzaun errichtet, der die Tiere gezielt zu den geeigneten Stellen führt – ein Beispiel dafür, dass Amphibienschutz nicht nur Strassen betreffen kann, sondern auch die richtige Lenkung bei solchen «Laichfallen».

Förderprojekt in Rempen – der Erfolg spricht für sich

Schutzzäune helfen kurzfristig, doch langfristig braucht es auch ausreichend geeignete Lebensräume und Laichgewässer. So hat die Stiftung Lebensraum Linthebene in der Umgebung Rempen zwischen 2019 und 2024 insgesamt 24 neue oder aufgewertete Gewässer für die Amphibien geschaffen. 2025 wurde durch das Büro  für ökologische Optimierungen erstmals überprüft, wie gut diese Lebensräume angenommen werden.

Die Resultate überzeugen. Besonders beeindruckend ist der Erfolg beim Grasfrosch: Insgesamt wurden in der Umgebung Rempen 1’418 Laichballen gezählt. Da jeder Laichballen einem Froschpaar entspricht, leben im Gebiet hochgerechnet rund 2’800 erwachsene Grasfrösche. Das entspricht einer «sehr grossen» Population. Auch der Bergmolch zeigt starke Bestände mit bis zu 93 erwachsenen Tieren pro Begehung. Die Erdkröte wurde mit maximal 61 adulten Tieren nachgewiesen. Eine kleine Sensation ist die Rückkehr der Gelbbauchunke: An einem neuen Gewässer am Taleingang wurden bei den Kontrollen 12 erwachsene Tiere entdeckt

Autor:in

Fabian Rätz

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