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Waldrandaufwertung «Chastli»

15.01.2026Artenförderung


An einem Waldrand in Schänis entstand ein neues Paradies für die flinksten Jäger der Kulturlandschaft. Die neu geschaffenen Verstecke, gepflegten Wiesen und lichtdurchfluteten Waldrandstrukturen werden zu neuem Lebensraum für Hermelin und Mauswiesel.


Entlang eines ökologisch wertvollen Waldrandes auf dem Gemeindegebiet von Schänis entstand mithilfe von Zivildienstleistenden der Stiftung Lebensraum Linthebene ein vielfältiges Mosaik neuer Lebensräume, das besonders der lokalen Wieselpopulation zugutekommen soll. Gleichzeitig unterstützten die Einsatzkräfte einen von der Gemeinde Schänis durchgeführten Holzschlag, der aufgrund umgestürzter Bäume notwendig geworden war. Das dabei angefallende Astmaterial wurde direkt vor Ort zu Haufen geschichtet. So konnte der Holzschlag optimal genutzt und eine Aufwertung des Waldrandes mit der gezielten Wieselförderung kombiniert werden.


Förderprojekt Wiesel & Co.

Hermelin und Mauswiesel sind auf strukturreiche Landschaften angewiesen, die ihnen sichere Verstecke und geeignete Jagdgebiete bieten. Das aktuelle Aufwertungsprojekt setzt genau hier an: Ziel ist es, einen strukturreichen Waldrand mit zusätzlichen Rückzugsmöglichkeiten in Form von Asthaufen mit integrierten Aufzuchtkammern zu schaffen.

Das Hermelin – hier in seinem weissen Winterkleid – profitiert von den Aufwertungsmassnahmen. Bild: Peter Keusch

Waldrandaufwertung «Chastli»

Ein erster Schwerpunkt lag auf der Säuberung und Pflege der angrenzenden Wiesenflächen. Dabei wurden mit dem anfallenden Astmaterial gezielt fünf Asthaufen angelegt. Im Inneren der Asthaufen entstehen geschützte Aufzuchtkammern – kleine, gut isolierte Hohlräume, die Jungtieren ein sicheres Heranwachsen ermöglichen. Diese künstlichen Strukturen ersetzen fehlende, natürliche Verstecke und werten den Lebensraum auf.

Im Bereich des Waldrandes erfolgte eine umfassende Schlagpflege, um wieder mehr Raum für die natürliche Verjüngung von Sträuchern zu schaffen. Buchten wurden erweitert und dichte Bestände der Stechpalme auf Stock gesetzt. Gleichzeitig wurden kleinere, überhängende Bäume entfernt, um die Wiese zu entlasten und mehr Licht auf den Randbereich zu bringen. Das dabei entstandene Schnittgut wurde nicht abtransportiert, sondern ebenfalls zu wertvollen Asthaufen verarbeitet – wichtige Elemente für Wiesel, Reptilien und zahlreiche weitere Arten.

Auch die umliegenden Trockenwiesen profitieren vom Projekt. Diese unscheinbaren, aber ökologisch wertvollen Kleinlebensräume wurden von konkurrenzstarken, jungen Bäumen und abgebrochenem Astmaterial befreit. Dadurch können licht- und wärmeliebende Pflanzenarten Fuss fassen und werden zur wertvollen Nahrungsgrundlage für Insekten.


Nach dem Holzschlag wurden grosse Baumstämme mittels Helikopter abtransportiert. Bilder: Andreas Briker

Vom Holzschlag zum Lebensraum

Mit diesen Massnahmen wurde zusammen mit waldbaulichen Arbeiten der Gemeinde Schänis ein strukturreicher, ökologisch hochwertiger Waldrand geschaffen. Besonders das Wiesel findet hier künftig optimale Bedingungen vor: reich strukturierte Jagdreviere, sichere Rückzugsorte und ein vielfältiges Umfeld, das langfristig zu dessen Erhalt beiträgt.

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Natur & Umwelt

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