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Zauneidechsenförderung in Tuggen – Von isolierten Populationen zu vernetzten Lebensräumen

05.02.2026Artenförderung


Im Rahmen des Zauneidechsenprojekts «Südlicher Abhang» der Stiftung Lebensraum Linthebene wurden neue, äusserst wertvolle Standorte für die Förderung der gefährdeten Art ausgemacht. Während bei einem grossen Teil noch Holzungen abgewartet werden müssen, konnte ein Teilbereich bereits umgesetzt werden. 

Zauneidechsen gelten als standorttreu und legen nur kurze Distanzen zurück, um neue Lebensräume aufzusuchen. Umso wichtiger ist ein möglichst lückenloses Netz geeigneter Habitate. Waldränder gehören dabei zu den bevorzugten Lebensräumen der Zauneidechse. Gleichzeitig ist die Pflege dieser Randlebensräume oft aufwändig und für Grundeigentümer nur schwer zu bewältigen. Ohne regelmässige Pflege verbuschen die Strukturen rasch und Brombeeren sowie Farne überwuchern die Fläche. 

Im ersten Teilbereich erfolgte die ökologische Aufwertung in drei Schritten: Säuberungsschnitt, Kleinstrukturen und Sträucherpflanzung.

Säuberungsschnitt

Im Projektgebiet führten Zivildienstleistende der Stiftung Lebensraum Linthebene zunächst einen Säuberungsschnitt durch. Dadurch entstanden die Voraussetzungen für weitere Aufwertungsmassnahmen. Zugleich kamen bereits vorhandene Strukturen wie Baumstrünke wieder hervor. Besonders erfreulich ist die freigelegte Trockenmauer.


Während dem Säuberungsschnitt wurde eine Trockensteinmauer freigelegt.

Kleinstrukturen

Die Zauneidechse ist deutlich anspruchsvoller als die häufige vorkommende Mauerei-dechse. Während sich die Mauereidechse oft mit einfachen Sonnenplätzen wie vermörtelten oder gar betonierten Mauern zufrieden gibt, benötigt die Zauneidechse ein deutlich vielfältigeres Angebot an geeigneten Mikrohabitaten. Zur Unterstützung der Fortpflanzung errichteten Zivildienstleistende Wurzelstock-Sandhaufen aus lokalem, ungewaschenem Sand. Äste, die beim Pflegeschnitt anfielen, wurden zu Asthaufen geschichtet. Diese dienen sowohl als Versteck, als auch als Sonnenplatz. Im gesäuberten Saumbereich kann sich bei regelmässiger Pflege zudem ein artenreicher Krautsaum entwickeln, der ein ideales Jagdgebiet darstellt.


Sträucherpflanzung

Der Einsatz standortgerechter Wildsträucher kommt einer Vielzahl an Arten zugute. Sie bieten Nahrung und Unterschlupf, locken Insekten an und leisten damit  einen wichtigen Beitrag zur Ernährung von Zauneidechsen und Vögeln. Am beschriebenen Standort haben Zivildienstleistende total 110 Sträucher gepflanzt. Bei der Auswahl der Sträucher wurde viel Wert auf eine vielfältige Artenzusammensetzung und einen hohen Anteil an dornen- und beerentragenden Sträuchern gelegt. Am Waldrand übernehmen die Sträucher eine zusätzliche Funktion: Sie konkurrieren direkt mit Brombeeren, die ohne Eingreifen rasch überhandnehmen würden. Mit zwei Pflegeschnitten pro Jahr lässt sich die Entwicklung der Brombeeren kontrollieren. Mit diesen Massnahmen kann sich eine vielfältigere Kraut- und Strauchschicht etablieren.


Zivildienstleistender beim Pflanzen einer Roten Heckenkirsche.


Die neu geschaffenen Lebensräume werden womöglich bereits im kommenden Frühling von ersten Zauneidechsen besiedelt. Unterstützen Sie uns für die Realisierung weiterer Förderstandorte für Zauneidechse & Co. mit einer Spende? Herzlichen Dank!

Autor:in

Fabian Rätz

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