Auen sind dynamische Uferlandschaften, die vom Wechsel zwischen Hoch- und Niedrigwasser geprägt sind. Rund die Hälfte unserer heimischen Pflanzenarten und unzählige Tierarten leben in Auen. Sie sind Hotspots der Artenvielfalt, welche bewahrt werden müssen. Das Büro für ökologische Optimierungen aus Tuggen durfte die Info-Tafeln für den Themenpfad Bachaue Magdenerbach entwickeln und umsetzen.
Der Magdenerbach im Kanton Aargau wurde 2023 zwischen Magden und Rheinfelden renaturiert. Aus Sicht der Wasser-Agenda 21 – dem Forum und Netzwerk der Akteure der Schweizer Wasserwirtschaft – ist das Projekt ein schweizweiter Pionier: Erstmals wurde einem kanalisierten Bach nicht «nur» eine naturnahe Laufform zurückgegeben, sondern auch die Bachsohle wurde auf einer Strecke von fast einem Kilometer angehoben. Dadurch konnte der Grundwasserspiegel ansteigen und gewässertypische Ausuferungen sowie auendynamische Prozesse sind wieder möglich.

Luftbilder des Magdenerbachs vor (links) und nach der Renaturierung im Frühling 2024 (rechts) im Naturschutzgebiet Ängi.
Das Gewässerbauprojekt – Gemeinsam gestalten
Der Projektperimeter erstreckt sich über eine Länge von rund 1.6 Kilometern. Auf der gesamten Länge wurden Totholzmengen wie in ursprünglichen Auenwäldern eingearbeitet. Diese künstlichen Einbauten werden im Laufe der Jahre zerfallen und durch angeschwemmte Äste und Stämme ersetzt werden.
Insgesamt wurden 51 Baumstämme, 50 Baumwipfel, 29 Wurzelstöcke, 132 m3 Astpakete sowie 318 m3 Totholzhaufen fachgerecht verbaut, sodass sie auch bei Hochwasser nicht weggeschwemmt werden. Eine anspruchsvolle Arbeit, die viel Know-how verlangt.
Abgefallene Äste, Baumstämme und Wurzelstöcke in Bächen und Flüssen werden in der Gewässerökologie als Totholz bezeichnet. Totholz ist aber nicht gleich Totholz: entscheidend ist seine Wirkung auf die Strömungsverhältnisse des Gewässers. Grosse Totholzelemente wie Baumstämme oder ganze Bäume sind Fänger für Schwemmholz, Laub und Kies und sie bieten dadurch Schutz- und Ruhezonen
sowie ideale Kinderstuben für Jungfische. Durch den Rückhalt von organischem Material dient Totholz zudem als Nahrungsquelle für zahlreiche Wassertiere. Darüber hinaus fördert das Holz die seitliche Vernetzung und führt zu variablen Strömungsmustern, die das Bachbett gestalten, Land- und Gewässerlebensräume miteinander verbinden und sich dynamisch verändern können. Diese Kombination von Wirkungen macht Gewässer mit viel Totholz zu attraktiven Fischlebensräumen, insbesondere auch für den Lachs.
Themenpfad Bachaue Magdenerbach
Das Büro für ökologische Optimierungen wurde mit der Gestaltung der Info-Tafeln für den «Themenpfad Bachaue Magdenerbach» beauftragt. Dies erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Sektion Wasserbau des Kantons Aargau. Die Tafeln machen die spannenden Details zum Renaturierungsprojekt und den verschiedenen Massnahmen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und vermitteln den Besucher:innen Informationen zur Tier- und Pflanzenwelt im Naturschutzgebiet Ängi.

Renaturierungsprojekt näher.
Formschöne Gestelle aus Chromstahl ermöglichen eine angenehme Betrachtung der Tafeln für Gross und Klein durch die angepasste Neigung der Bildflächen. Die Gestelle werden fest im Boden verankert, sind aber im Bedarfsfall leicht demontierbar. Die Bilder / Inhalte werden im Direktdruckverfahren auf eine höchst strapazierfähige HPL-Platte (High Pressure Laminate) aufgetragen und versiegelt. Die Platten sind extrem witterungsbeständig: Sowohl Überfläche als auch Plattenkern werden durch Sonne, Regen oder Feuchtigkeit nur wenig beeinträchtigt. Auch grosse oder schnelle Temperaturschwankungen im Bereich zwischen -20° C und +80° C haben kaum negativen Einfluss auf Funktion, Stabilität oder Erscheinungsbild der Tafeln.





