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Bernd Strasser

02.04.2024Nachruf

Ein grosser Naturschützer ist nicht mehr

Bernd Strasser aus Jona ist am 29. Februar – in seinem 86. Lebensjahr – verstorben. Er hat in seinem Leben viel für den Schutz der Natur und Umwelt geleistet.

Wenn er von Vögeln, Wieseln, Luchsen oder Wölfen erzählte, begannen seine Augen zu strahlen. Die Natur war die grosse Liebe von Bernd Strasser. Er war WWF-Mitglied der ersten Stunde und gilt als Urgestein des WWF St.Gallen. Angefangen hatte das langjährige Engagement mit einer kleinen Anzeige in der Zeitschrift «Das Tier», in der die WWF-Sektion Mitte der 70er-Jahre um neue Mitglieder warb. Seine Frau Gudrun und er meldeten sich sofort, ohne zu ahnen, was daraus alles entstehen würde. Sein Ziel war es, den Naturschutz in der Bevölkerung zu verankern. Bernd Strassers Einsatz war ohne «Scheuklappen». Er konnte alle für seine Projekte begeistern: Naturschützerinnen und Naturschützer, Lehrerinnen und Lehrer, ganze Schulkassen, Landwirtinnen und Landwirte oder Gemeindemitarbeitende.

UNERMÜDLICH IM EINSATZ

Eines ist sicher: ohne Bernd Strasser, als langjähriger Präsident der WWF-Sektion Linth, würden zahlreiche Naturschutzgebiete diesen Namen nicht mehr verdienen. Mit seinen vielen treuen Freiwilligen war er unermüdlich im Einsatz für den Amphibienschutz, für die Ried- und Schilfpflege, für den Bau von Laichgewässern, für die Renaturierung von Bächen, für die Reinigung des Oberseeufers oder für die Pflanzung von Tausenden von Hochstamm-Bäumen und zig Kilometer Hecken. Er begleitete mit dem WWF St.Gallen das Projekt Hochwasserschutz Linth 2000 und unterstützte mit seinem fundierten Wissen die Erstellung des Obstgartens in Hemberg – ein Obstgarten mit alten, einst im Neckertal heimischen Sorten.

GLÜCKSFALL FÜR DIE NATUR

Das grosse Engagement zugunsten der Natur beeinflusste aber auch das Berufsleben des Betriebsfachmannes: Er liess sich mit 63 Jahren frühzeitig pensionieren, weil er sich voll und ganz dem WWF und dem Naturschutz widmen wollte. Nach seiner Pensionierung lag der Schwerpunkt seiner Tätigkeit in der Begleitung von Vernetzungsprojekten im Linthgebiet. Mit Landwirtinnen und Landwirten und seinen Freiwilligen realisierte er zahlreiche ökologische Aufwertungsmassnahmen. Aber nicht nur: Er organisierte auch jedes Jahr den beliebten WWF-Gönnerlauf in Jona.

BIS INS HOHE ALTER AKTIV

Bis ins hohe Alter organisierte er Natur- und Pflegeeinsätze. Er war dabei, als es bei den renaturierten Bachläufen in Walenstadt darum ging, neue Ufergehölze zu pflanzen. In der Nacht vor dem Einsatz mit Schulklassen und Freiwilligen legte Bernd Strasser alle Pflanzen fein säuberlich aus und markierte die Stelle mit einem Bambussplint, damit die Laien wussten, wo sie die Pflanzen setzen mussten. Der Austausch mit den Menschen war ihm wichtig. So leitete er den monatlichen Höck der WWF-Regionalgruppe und sorgte jedes Jahr für ein stimmungsvolles Jahresessen mit Helferinnen und Helfern. Neben seiner Funktion als Obmann der WWF-Regionalgruppe präsidierte er zudem die VCS-Regionalgruppe See und Gaster.

Bernd Strasser dürfte in seinem Leben gegen 50’000 Stunden im Einsatz für die Natur gestanden haben. Eine fast nicht zu überbietende Leistung! Eine besondere Ehrung erfuhr der begnadete Tierfreund auch durch einen ausgewilderten Bartgeier, der auf den Namen Bernd getauft wurde. Wir sind Bernd Strasser dankbar, dass er die Welt etwas besser zurückgelassen hat. Wir sind aber auch traurig, dass der umtriebige Naturschützer nicht mehr ist. Viele Projekte werden an ihn erinnern. Als Dank pflanzte der WWF vor ein paar Jahren in Bollingen Bernd Strassers Lieblingsbäume – eine Eberesche und einen Speierling. Die Urnenbeisetzung fand im engsten Kreise statt, Kolleginnen und Kollegen gedenken seiner gemäss seinem Wunsch anfangs Juli bei einer speziellen Feier an einem speziellen Ort.

Autor: Martin Zimmermann

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Natur & Umwelt

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