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Neugestaltung des Eingangsbereichs im Tierpark Goldau

08.04.2024Publireportage

Die Stiftung Natur- und Tierpark Goldau hat entschieden, den in die Jahre gekommenen Eingang zu ersetzen. Die marty architektur ag ist als Siegerin aus dem Studienauftrag hervorgegangen. Das Projekt zeichnet sich durch eine tiefgreifende Orientierung an den Bedürfnissen der Besuchenden aus und integriert gleichzeitig nachhaltige Architekturprinzipien.

Der Entwurf basiert auf der harmonischen Verschmelzung verschiedener Elemente.

Ankunftsort und Piazza: Die Besuchenden werden auf der grosszügigen Piazza empfangen. Die Piazza übernimmt zugleich die Funktion des fehlenden Dorfplatzes in der Gemeinde Goldau. Um die Piazza sind die drei neuen Gebäude gruppiert.

Eingangshalle mit Bergsturzmuseum und Zauberwald: Über die Piazza betreten die Besuchenden die neue Eingangshalle. Diese dient als das neue Gesicht des Parks. Im Osten ist das neue Bergsturzmuseum und im Westen der Zauberwald angeordnet. Die beiden neuen Attraktionen sind bis dato einzigartige Erlebnisse in der Schweiz. Über die Eingangshalle gelangen die Besuchenden in den Park.

Verwaltungsgebäude mit Shop und Gastronomie: Über den neuen Tierparkshop und das Restaurant erreichen die Besuchenden beim Verlassen des Parks wieder die Piazza. Mit dem Neubau der Eingangshalle wurde zugleich die ganze Verwaltung – zentralisiert im Park – im neuen Verwaltungsgebäude untergebracht.

Wohnhaus: Das momentan höchste Holzhaus im Kanton Schwyz bietet 29 Mietwohnungen und setzt neue Massstäbe im nachhaltigen Wohnbau.


Die Piazza empfängt die Besuchenden und übernimmt die Funktion des Dorfplatzes in der Gemeinde Goldau. © Zürrer Fotografie KI
ARCHITEKTONISCHE MERKMALE

Das architektonische Konzept orientiert sich an den natürlichen Gegebenheiten im Natur- und Tierpark. Die Felsbrocken aus Nagelfluh und die Nadel- und Laubbäume sind die prägenden Elemente. Schon von weitem stechen die eindrücklichen Holzstützen und das zickzackförmige Dach der Besucherhalle ins Auge. Form und Farbe wurden inspiriert durch die wilde und einzigartige Natur im Park, welche die Form des Daches widerspiegelt. Getragen wird das Dach von insgesamt 17 Holzstützen in Form von Baumstämmen mit abgehenden Ästen. Das Haupttragsystem besteht aus Holzbindern auf Stützen und eingespannten Stahlträgern. Die Komplexität des Daches aufgrund der insgesamt über 80 verschieden geneigten Flächen hat die Planung des Tragsystems besonders herausfordernd gemacht. Ohne innovative Planungsinstrumente in digitalem Datenaustausch aller Beteiligten wäre dies nicht möglich gewesen.

Aus Dorfrichtung kommend ist es zunächst das ca. 20 Meter hohe Wohngebäude am Anfang der Piazza, welches mit seiner auffallenden Holzfassade den Blick auf sich zieht. Insgesamt 29 Mietwohnungen befinden sich hinter den als Sichtschutz dienenden Holzbrüstungen. Die Glasfassade im Erdgeschoss signalisiert den öffentlich zugänglichen Restaurantbereich. Die Gestaltung der Holzbrüstungen orientiert sich an der traditionellen Lauben-Architektur der Schwyzer Bauernhäusern.

Mit dem neuen Verwaltungsgebäude wurden auch zeitgemässe Büroräumlichkeiten für die Mitarbeitenden geschaffen. Auf dem massiven Sockel bauen zwei Holzgeschosse auf, welche ohne tragende Innenwände, dafür mit Hohlkästen aus Holz, mit einer Spannweite von 6.8 Metern, realisiert wurden. Die Fassadenelemente aus Schweizer Lärchenholz dienen als Sicht- und Sonnenschutz.

Über die Eingangshalle mit Bergsturzmuseum und Zauberwald gelangen die Besuchenden in den Park. © Zürrer Fotografie KI
Die Tragkonstruktion wurde primär in Holzbauweise und mit RC- Beton erstellt.
© Zürrer Fotografie
MATERIALIEN UND KONSTRUKTION

Die Tragkonstruktionen wurden primär in Holzbauweise erstellt. Das Ziel war es, natürliche und ökologische Bauprodukte zu verwenden. So wurde ausschliesslich Schweizer Holz eingesetzt und als solches zertifiziert. Für die erforderlichen Betonarbeiten wurde, wo möglich, RC-Beton verwendet. In der Eingangshalle wurde der Beton gewaschen, um damit die gestalterische Interpretation von Nagelfluh zu erreichen.

Im Wohngebäude befinden sich 29 Mietwohnungen. Auch hier kam Schweizer Holz zum Einsatz. © Zürrer Fotografie KI
ENERGIEKONZEPT

Die Bauten müssen nicht nur im Bau, sondern auch hinsichtlich Unterhalt nachhaltig sein. Dazu zählt auch eine energiesparende Wärmedämmung im Winter sowie der sommerliche Wärmeschutz. Durch eine spezielle Verglasung mit einem guten g-Wert ist sichergestellt, dass Solargewinne erzeugt werden und die Räume im Sommer nicht aufheizen. Im Winter wird das Gebäude dagegen mit Radiatoren und thermoaktiven Bauteilsystemen (TABS) beheizt. Die Gebäudehülle entspricht den Anforderungen von Minergie 2022.1.

Der Neubau Eingang Natur- und Tierpark Goldau ist ein Paradebeispiel für moderne Architektur, die sich durch ihre nachhaltige Holzbauweise, die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Besuchenden und die Integration in die natürliche Umgebung auszeichnet. Es ist ein Projekt für Generationen mit grosser Ausstrahlungskraft. Das Projekt zeichnet sich durch die Komplexität der heterogenen Nutzungen zusätzlich aus. Bereits mit der Eröffnung hat sich die Ausstrahlungskraft weitüber die Region gezeigt.

Autor: Ivan Marty, marty architektur AG

*Titelbild: © Zürrer Fotografie KI

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