Die Schweiz benötigt eine leistungsfähige Ökologische Infrastruktur, die Offenland, Gewässer, urbanen Raum und Wald umfasst. Der Bund setzt dafür gezielte Massnahmen um, um diese zu stärken.
Die Wälder der Schweiz spielen eine zentrale Rolle im ökologischen Gefüge des Landes. Sie bedecken etwa einen Drittel der Landesfläche und beinhalten einen Grossteil der Schweizer Biodiversität. Wälder sind langlebige Ökosysteme, die sich je nach Bodentyp, Höhenlage und lokalem Klima zu unterschiedlichen Waldgesellschaften entwickelt haben. Natürlicherweise würden sie 400–800-jährige Zyklen aus Aufwuchs- und Zerfallsphase durchleben und so ein Mosaik aus vielen unterschiedlichen Waldentwicklungsstadien bilden. Durch den Eingriff des Menschen werden die meisten Schweizer Wälder heutzutage kaum älter als 150-200 Jahre. Dies hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Biodiversität. Mit Hilfe der Ökologischen Infrastruktur soll diese gefördert werden.
Kerngebiete
Das Herz der Ökologischen Infrastruktur bilden die sogenannten Kerngebiete. Im Wald sind das vor allem die Naturwald- und Sonderwaldreservate. In den Naturwaldreservaten wird ganz auf eine forstliche Nutzung verzichtet. Der Wald darf sich natürlich entwickeln und einem natürlichen Zyklus folgen, sprich in die Zerfallsphase kommen. In den Sonderwaldreservaten findet eine gezielte Bewirtschaftung zur Förderung bestimmter Arten statt. Das können Waldmoore und Bergwälder für Auerhuhn und Birkhuhn oder auch Lichte Wälder mit hohem Totholzanteil für Wärme liebende Arten wie den grossen Eichenbock sein.

Zur Ökologischen Infrastruktur gehören Kerngebiete (grün) wie auch Vernetzungsgebiete (flächige Elemente in orange, Trittsteinelemente in schwarz). Ergänzend dienen spezifische Artenförderungsmassnahmen (rote Sterne). Bild: Birdlife
Vernetzungsgebiete
Vernetzungsgebiete sind die Lebensadern der Ökologischen Infrastruktur. Sie verbinden die Kerngebiete miteinander und fördern den Austausch und die Wanderung von verschiedenen Arten. Dies ist zwingend notwendig für den genetischen Austausch und das langfristige Überleben der Arten. Altholzinseln, Habitatbäume und Waldinnensäume sind Beispiele für solche lebenswichtige Korridore im Wald. Auch der Waldrand besitzt sowohl für Wald- wie auch für Offenlandarten ein beachtliches ökologisches Potential.
Ausblick
Die ökologische Qualität der Schweizer Wälder hat in den letzten Jahren zugenommen. In der Schweiz wird der Wald heute flächendeckend naturnah bewirtschaftet. Dadurch ist der Anteil gefährdeter Arten in den Wäldern geringer als in anderen Lebensräumen. Dennoch mangelt es an Strukturen wie gestufte Waldränder, lichte Wälder, feuchte Waldstellen oder auch Alt- und Totholz. Mit Hilfe der Ökologischen Infrastruktur gilt es diese zu schützen, zu erweitern und miteinander zu vernetzen. Dafür wird sich die Stiftung Lebensraum Linthebene verstärkt engagieren.




