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Sumpfrohrsänger

24.08.2023Artenschutz

BirdLife Vogel des Jahres

Der Sumpfrohrsänger, ein Langstreckenzieher mit unglaublichem Gesangstalent, wurde zum Vogel des Jahres 2023 gekürt. Seine Lebensräume sind Feuchtgebiete mit dichter Vegetation. Aufgrund von Entwässerungen und Meliorationen zu Gunsten der Landwirtschaft sind solche Lebensräume jedoch selten geworden.

Der Sumpfrohrsänger ist optisch nur schwer von seiner Zwillingsart dem Teichrohrsänger zu unterscheiden. Meist gelingt die Unterscheidung aufgrund des Gesangs. Während der Teichrohrsänger in gemächlichem Tempo schwatzend seine rauen Töne 2-3 mal wiederholt, ist der Sumpfrohrsänger fähig eine Vielzahl anderer Vogelstimmen zu imitieren. Bis heute hat man bereits über 200 Arten bestätigt, die er kopiert. Immer wieder hört man auch Vogelstimmen, die aus Afrika stammen, da er dort überwintert. 

Lebensraum und Fortpflanzung

Während der Teichrohrsänger ein typischer Schilfbewohner ist, bevorzugt der Sumpfrohrsänger dichte Vegetation in Gewässernähe oder entlang von Gräben mit Hochstauden und Weidengebüschen. Aber auch trockenere Habitate weit entfernt vom Wasser werden besiedelt, wobei eine hochstängelige, dichte Krautschicht mit Pflanzen, deren Blätter seitlich abstehen, Voraussetzung ist. Der Sumpfrohrsänger ist jeweils erst ab Mitte Mai wieder in der Schweiz zurück. Er baut sein napfförmiges Nest gut versteckt, meist in Hochstauden, dicht über dem Boden. Das Weibchen legt 3-6 Eier, die von beiden Partnern ausgebrütet werden. Nach ca. 12 Tagen schlüpfen die Jungvögel, welche schliesslich nach 10-15 Tagen das Nest verlassen. Der Sumpfrohrsänger verbringt lediglich drei Monate im Brutgebiet und macht sich dann wieder auf den Weg ins tropische Afrika. Gelegentlich brüten Sumpfrohrsänger auch Eier vom Kuckuck aus, doch sind sie weniger oft betroffen als z.B. der Teichrohrsänger.

Der Sumpfrohrsänger flechtet sein Nest geschickt um Pflanzenstängel. Die Jungvögel schlüpfen bereits nach 12 Tagen. Bildquelle: Waldemarus

Gefährdung und Schutz

Der Bestand des Sumpfrohrsängers gilt zwar nicht als gefährdet, jedoch haben seine Lebensräume in den letzten 150 Jahren stark gelitten. 90 Prozent der ehemaligen Feuchtflächen wurden entwässert und zerstört. Zusätzlich verschwanden zahlreiche Habitate entlang von Bächen und Gräben, da diese trockengelegt oder eingedolt wurden. Vielerorts wird Vegetation entfernt, von welcher der Sumpfrohrsänger abhängig ist und Nester zerstört, wenn zu früh geschnitten wird. Dies sind alles Gründe, weshalb der Bestand zwar noch gross genug, aber tendenziell rückläufig ist, da er abseits von Schutzgebieten kaum noch geeignete Brutgebiete findet. 

Förderung

Um den Sumpfrohrsänger zu fördern, ist der Schutz bestehender Feuchtgebiete unabdingbar. Wenn immer möglich sollten vorhandene Feuchtgebiete vergrössert und neue Flächen als Schutzgebiete ausgeschieden werden. Bäche und Gräben eignen sich zudem sehr gut als Vernetzungshabitat. Bei der Pflege ist darauf zu achten, dass ein später, abschnittsweiser Schnitt erfolgt und Bachufer nicht gleichzeitig gemäht werden. 

*Titelbild: Goran

Autor:in

Fabian Rätz

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