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Solar-Boom in den Bergen

29.01.2024Nachhaltigkeit

Energiebedarf und Naturschutz

Die Energiemangellage in der Schweiz weckt Handlungsbedarf. Eine Aufgabe, die im Hinblick auf die Energiewende keineswegs leicht ist. Der Bund packt diese Problematik unter anderem mit einem massiven Ausbau der SolarEnergie an, was nicht nur auf Beifall stösst. 

Die wichtigste erneuerbare Energieart der Schweiz, die Wasserkraft, ist bereits stark ausgeschöpft. Die sogenannten «neuen» erneuerbaren Energien wie Umweltwärme, Sonnenenergie und Windenergie gewinnen dadurch an Bedeutung. Die Photovoltaik hat dabei das grösste Potential und ist noch lange nicht ausgeschöpft.

SOLARANLAGEN IN DEN ALPEN: EIN ZWEISCHNEIDIGES SCHWERT

Eine besondere Rolle schreibt der Bund hochalpinen Solaranlagen zu, da diese im Vergleich zu jenen im Mittelland auch im Winter eine grosse Menge Strom produzieren können. Diverse Grossprojekte sind zurzeit in Planung, wobei die teils gewaltigen Anlagen Strom im Bereich von mehreren hundert Gigawattstunden (GWh) produzieren sollen. Solche monumentalen Solaranlagen nehmen wertvollen Platz und Lebensraum in Anspruch und können das Landschaftsbild massgeblich beeinträchtigen. Daher stossen diese Grossprojekte bei der Bevölkerung und Umweltverbänden häufig auf Kritik und Ablehnung.

ENERGIEWENDE VERSUS NATUR- UND LANDSCHAFTSSCHUTZ?

Im Mantelerlass des Bundes wurde das Ziel von 45 Terawattstunden (TWh) erneuerbarer Energie pro Jahr gesetzt (die Schweiz verbraucht momentan 60 TWh pro Jahr). Gleichzeitig soll bis 2050 eine ausgeglichene Treibhausgasbilanz (Netto Null Ziel) erreicht werden. Das verdeutlicht, dass wir vor einer schwierigen Aufgabe stehen. Grosse Solaranlagen in den Alpen scheinen da gerade recht zu kommen. Jedoch stossen eben diese Projekte auf Widerstand, da wertvoller Lebensraum verloren gehen kann. «Man kann das Klima nicht auf Kosten der Biodiversität schützen» meinen die Grünen. «Die Schweiz steht sich aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen selbst auf den Füssen und gefährdet die Versorgungssicherheit» meint Economiesuisse.


Hochalpine Solaranlagen produzieren im Winter viel Strom, allerdings auf Kosten wertvoller Lebensräume. ©IG Saflischtal
SIEDLUNGSGEBIET ODER ALPEN?

Nach Angaben des Bundesamtes für Energie (BFE) könnten mit Solarzellen auf bestehenden Dächern und Fassaden jährlich 67 TWh Strom erzeugt werden und damit das von den Behörden angestrebte Ziel von 45 TWh erneuerbarer Energie im Alleingang erreicht werden. Bei der Photovoltaik wird ein Grossteil des Stroms nicht dann produziert, wenn er am meisten gebraucht wird und eine langfristige Speicherung des Stroms aller Gebäudedächer oder Fassaden ist noch nicht möglich. Unabhängig davon, wie viel Strom wirklich im Siedlungsraum produziert werden kann, ist es elementar, dass man sich im Alpenraum auf innovative und naturschonende Solaranlagen fokussiert, zum Beispiel an Staumauern, bevor «unberührter» Lebensraum weichen muss.

*Titelbild: Axpo

Autor:in

Fabian Rätz

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